Winterdienst 2016 – Nachgefragt

Auch aus Gründen des Umweltschutzes ist die Verwendung von Streusalz oder salzhaltigen Stoffen auf ein unumgängliches Mindestmaß zu beschränken.

(So wie hier auf dem Foto im nahen Bereich der ehemaligen AOK Kreuzung in OHZ)

„Die sollen sich bloß nicht so anstellen. Beim ersten Tauwetter oder Regen ist das Zeug doch sowieso in den Gullies verschwunden.“

Der Stress mit Streusalz

Wie viel Winterdienst muss sein?

Sitzungsvorlage_182-2017

Straßenverzeichnis zur Straßenreinigungssatzung

 

Es ist den Einwohnern der Stadt Osterholz-Scharmbeck ja bekannt, das die städtischen Uhren oft langsamer ticken als die im Rest der Republik, doch jetzt fühlt man sich als mündiger, steuerzahlender Bürger der Stadt in einen falschen Film versetzt. Zunächst die Frage: Wie war eigentlich der Winter 2016? Eisregen, Schneechaos, lange Frostperioden, sibirische Kälte oder etwa mild? Jeder möge das für sich einmal beurteilen. Die Wetterdienste sprechen von einem zu warmen Winter für Niedersachsen und Bremen. Die Wetterstation Worpswede Hüttenbusch notierte für 2016 78 Frosttage (Mittel aus 2012 – 2016 beträgt 64,1 Tage) und 12 Eistage (Mittel aus 2012 – 2016 beträgt 11,8 Tage). Laut Sitzungsvorlage Nr.: 182-2017 , vom Bürgermeister gezeichnet und für jedermann als .pdf Datei bei der Internetpräsenz der Stadt abrufbar, wurden exorbitant hohe Einsatzstunden Personal plus 120%, Einsatzstunden Fahrzeuge plus 125%, Einsatzmenge Streusalz plus 200% und Einsatzmenge Streugemisch plus 190% über dem Mittelwert der Jahre 2012 – 2016 ausgewiesen. Der Winter im Stadtgebiet OHZ muss anhand der angegebenen Daten arktischer Natur gewesen sein. Die Strecken des Winterdienstes blieben aber wie in den vorangegangenen Jahren bei 80km Straße und 20km Gehwege konstant. Am 14. Dezember fand der Beschluss der Punkte in der Sitzungsvorlage statt.

Das Diagramm ist Bestandteil der der Sitzungsvorlage 182-2017 (Seite 4/5)

Übrigens haben die Bundesländer NRW minus 50% und Niedersachsen minus 12% an Einsatzmengen unter Mittel öffentlich gemacht.

 


Welche Wege kann der Bürger beschreiten, um eine Auskunft zu einem Beschluss der Ratssitzung der Stadt Osterholz-Scharmbeck haben möchte?

  1. Er wendet sich an die Stadtverwaltung und startet den Versuch einen kompetenten Gesprächspartner für sein Anliegen zu finden.

  2. Er wendet sich an eine Person seines Vertrauens, die Mitglied einer Fraktion des Stadtrates ist und der politischen Partei angehört für die er bei den letzten Wahlen gestimmt hat.

  3. Er erstellt gleichlautende, schriftliche Anfragen an die im Stadtrat vertretenen politischen Parteien.

  4. ?

Beschritten wurde zunächst der für den Bürger rasch zielführend erscheinende Weg einer persönlichen Kontaktaufnahme wie unter Punkt 2 aufgeführt. Allerdings mit dem Ergebnis, dass die Argumente des Bürgers zwar zur Kenntnis genommen wurden, aber es schon alles sicherlich seine Richtigkeit habe und Zweifel unbegründet wären. Na dann.

Da bei einem Plus gegenüber dem Mittel zwischen 120 – 200% an Einsatzmengen des Winterdienstes für den nachweislich sehr warmen Winter 2016 bei dem Gesprächspartner Zweifel unbegründet waren erfolgte ein Post mit Kommentar bei Facebook und kurz danach ein weiteres Vorgehen wie unter o.a. Punkt 3 (schriftliche Anfragen) beschrieben.

Inhalt des Schreibens war die Bitte um evtl. vorhandene Infos der Fraktionen über die Beschlussfassung zu den exorbitant hohen Einsatzmengen 2016 wie im Diagramm der Sitzungsvorlage 182_2017 ersichtlich.

Bis zum 21. Januar haben CDU und Die Grünen die Bitte abschlägig beschieden mit dem Hinweis auf nicht vorhandene Informationen in der Sache. Für keine der beiden Fraktionen schienen die außergewöhnlich hohen Prozentzahlen einer Nachfrage wert gewesen zu sein. Schon eigenartig. Die Fraktionen besagter Parteien waren am Beschluss der Punkte beteiligt, können (oder wollen?) darüber aber keinerlei Aussagen machen. Gut, das in der Vorlage präsentierte Diagramm enthält % wie eigenartigerweise auch cbm? Angaben, doch die unterschiedlichen Höhen der einzelnen Säulen des Diagramms sind durchaus wahrnehmbar. Aber anscheinend ist das für keine der beteiligten Personen zum Gegenstand einer Nachfrage gewesen.

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Die beiden eingegangenen Mails enthielten auch ganz neue Vorschläge. Man solle sich doch an Herrn Dr. U. wenden, was natürlich aufgrund mangelnden Wissens der genannten Fraktionen bereits geschehen ist. Die CDU versuchte sich vergeblich an einem plumpen Schriftsatz mit gezielt selektierten Textbausteinen aus der Phrasenkiste Druck auszuüben. Schwach, eine äußerst schwache Vorstellung mit den eigenen Anspruch eine Partei des Volkes zu sein.

 

Zitat: Wir sind sehr froh, dass im Sinne der Bürger, die morgens früh zur Arbeit müssen und der Schulkinder, die auf einen sicheren Schul- und Busweg angewiesen sind, schnell gehandelt und frühzeitig gestreut wird. Es wäre eine vorstellbar schreckliche Situation, wenn hier Leben und Gesundheit durch Versäumnisse der Stadt gefährdet würden. Daher sind wir dankbar für den wirklich guten Einsatz unseres Winterdienstes. Zitat Ende

 

Niemand hat in irgendeiner Weise bisher die sich aus der Satzung ergebenen notwendigen Arbeiten des Winterdienstes je in Abrede gestellt.


 

Deutschlandwetter Winter 2016/2017

Beinhaltet aber auch nicht den geringsten Hinweis auf arktische Wetterverhältnisse für Bremen und Niedersachsen.

Frost- und Eistage

 


02. März 2018

Jetzt ist es amtlich.

In Osterholz-Scharmbeck, aber auch nur dort,  herrschte im Jahr 2016 ein weitaus strengerer Winter arktischer Natur als im gesamten Landkreis Osterholz sowie ganz Norddeutschland.

Nach den von der Stadt veröffentlichten Zahlen über den Einsatz von plus 200% Streusalz und plus 190% Streugemisch über dem Mittelwert müssen in der Stadt chaotische Witterungsverhältnisse geherrscht haben. Doch weder die Daten der Wetterdienste noch die befragten Bürger bestätigen dies. Im Gegenteil. Die vom Lk Osterholz veröffentlichten Zahlen über Verbrauchsmengen an Streusalz für den Winter 2015/2016 mit plus 35,7% und dem Winter 2016/2017 mit minus 16% zum Durchschnittsverbrauch zeichnen ein gegenteiliges Bild gegenüber dem der Stadt.

Sollten tatsächlich im Jahre 2016 diese Unmengen an Streusalzen zum Einsatz gekommen sein, was sicherlich ganz simpel zu belegen ist, dann ist davon auszugehen, daß es sich in diesem konkreten Fall um einen ökologisch äußerst bedenklichen Schadstoffeintrag ins Milieu durch die Stadt Osterholz-Scharmbeck gehandelt hat, der unbedingt einer Klärung der Verantwortlichkeiten im Stadtrat bedarf.

Siehe auch:

Streusalz im Schutzgebiet

Wird laufend aktualisiert.

 

 

 

 

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